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Schneider Krümpelmann Architekten Partnerschaft mbB

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ANBAU EINFAMILIENHAUS IN HOLZHAUSEN

Everything needs a deep human reason.

I believe in the historical, not the merely decorative. I like depth, not superficiality – everything needs a deep human reason, and for me it is important to create something interesting, not just decorative. I find the spirit of things much more important than the look of things – I really don’t mind if things are ugly. They have their own beauty, if only one looks hard enough.

- Axel Vervoordt, Story of a Style

Das Haus am Dorfrand von Holzhausen, dessen Erweiterung uns planerisch mittlerweile eine echte Herzensangelegenheit wurde, liegt eingebettet in einen Garten, der über unsere Bauherren eine ganze Menge erzählt. Extrem liebevoll umhegt, darf die Natur (fast) alles tun, was sie möchte, sie spielt die Hauptrolle. Die hohe Kunst der Gestaltung liegt hier in den kleinen Kunstgriffen, das Fehlen menschlicher Dominanz ermöglicht  eine bewundernswert harmonische Oase. Das kleine im Dornröschenschlaf schlummernde Wohnhaus aus den 60er Jahren folgt innen wie außen schlichten, aber stringenten Gestaltungsprinzipien. In jeder Ecke des Hauses spürt man die liebe- und äußerst kunstvolle Auseinandersetzung der Bewohner mit ihrem Zuhause – das ihnen mal mehr, mal weniger Licht und Platz bietet. Mit großer Liebe für ihren Altbau und bereits intensiver Beschäftigung haben sich unsere Bauherren für die Platzierung eines neuen, sehr eigenständigen Gebäudes in ihrem zauberhaften Ensemble entschieden. Die emotionalen und funktionalen Ziele waren somit bereits klar benannt, der grobe Planungsrahmen durch einen Bebauungsplan bestimmt.

Ein Wort nur sollte zum Leit- und Sinnbild der gemeinsamen Planung werden: bei einem der ersten Termine gaben uns unsere Auftraggeber ein Buch mit auf den Weg, „Wabi Inspirations“ von Axel Verwoordt. Übrigens ein umwerfend schönes Buch... . Der Begriff Wabi steht im Japanischen für das absolut Einfache, Unverfälschte, für die Schönheit der einfachen, unprätentiösen Dinge. Wabi ist weder ein Stil, noch ein Trend, mehr ein ästhetisches Ideal. Übertragen auf die Architektur bedeutet dies zum Beispiel mit einem Minimum an Material ein optimales Ergebnis zu erzielen. Der Leere zwischen zwei Objekten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ist es doch der Abstand oder der Zwischenraum, durch den eine dynamische Spannung erzeugt wird.

Ergebnis dieses gemeinsamen Weges ist die Planung eines neuen, eingeschossigen, 21 m langen Gebäudeflügels im Westen des Grundstücks. Die volle Ausnutzung des vorgegebenen Baufensters lässt ein langgestrecktes Gebäude mit asymmetrischem Grundriss entstehen, das versetzte Pultdach erfüllt die Ansprüche von luftiger Raumhöhe, gleicher Traufhöhe und Abstandsflächenrecht gleichermaßen. Ein durch diese Dachform mögliches Lichtband über die gesamte Gebäudelänge fängt die Abendsonne ein, ohne unerwünschte Einblicke zu gewähren. Die beiden nun im 90°-Winkel zueinander stehenden Gebäude bilden eine intime Hofsituation, deren Kontrast und Zusammenspiel hier eine Bühne bekommen – und der Garten wieder eine mindestens ebenbürtige Rolle einnimmt.

Neben einem großen Atelier, in dem musiziert, getanzt, meditiert und gefeiert wird, entsteht im Anbau ein Elternbereich mit Schlafzimmer, Ankleide und Bad. Die Verwendung authentischer Materialien im steten Zusammenspiel von Alt und Neu entspricht dem Grundverständnis unserer Bauherren einer lebendigen Bauhülle. Ein Sichtestrich mit deutlich handwerklichen Spuren für den Anbau, historische Türen, Backsteine statt Innenputz, Altholzparkett, Sichtbeton und roher Stahl werden sich zusammen finden und von unseren Bauherren mit ihrem unverwechselbarem Stil bespielt werden. Der Charme dieser Baustoffe ergibt sich aus ihren Gebrauchsspuren, ihrer Geschichte, ihrer Patina und ihrer Haptik. Sie lehren uns, dass Makellosigkeit auch ganz schön langweilig sein kann.

 

 

 

PROJEKTDATEN

Zeitraum
Baubeginn März 2018

Bauherr
Privat

Architekten
Schneider Krümpelmann Architekten Partnerschaft mbB

Statik
Ingenieurplanung Dierk Bergmaier GmbH, Grafrath

Bodengutachten
Blasy+Mader GmbH, Eching

Erdbau
Erdbau Heller, Utting

Rohbau
Mattex Bau, Diessen

Zimmerer, Dachdecker, Spengler, Trockenbau
Holzhauswerkstatt Riedle&Bader, Baisweil

Gerüst
MN-Gerüstbau, Mindelheim

Elektro
Anton Hieber, Schwabmünchen

HLS
Eckebrecht, Pürgen

Estrich/Sichtestrich
Kreller Bau, Bad Wörishofen
Siegfried Heiß, Rott

Fenster 
Schmidt-Visbek, Visbek

Klinkerfassade, Aussen- und Innenputz
Toralph Keil, Utting

Schlosser
Metall&Gestaltung Wiedemann, Hechenwang

Bodenleger
Naturbau Ammersee, Raisting

Fliesen 
Innenausbau Gazsa, Bad Kohlgrub

Solo Calce Spachtelarbeiten
Thomas Fürst, Marienstein

Maler
Malerbetrieb Storz, Finning

Schreiner
Werner Seemüller, Obermühlhausen